Digital-Hauptstadt Frankfurt am 1. Dez.

Digital-Gipfel mit Hang Nguyen, Otto Schell, Dr. Bernadette Weyland und den DC Trusted Advisors for Digital Transformation

Digital-Hauptstadt Frankfurt ist eines von drei Themen auf dem Diplomatic Council Digital-Gipfel am 1. Dezember

Die hessische Wirtschaftshauptstadt steht exemplarisch für den Einfluss der Digitalisierung auf das Wohl und Wehe von Metropolregionen überall auf der Welt.

Daten-Hauptstadt Deutschlands

Frankfurt am Main ist schon heute die Daten-Hauptstadt Deutschlands und wird diese Position in den nächsten Jahren weiter ausbauen können.

DE-CIX Glücksfall für Rhein-Main-Gebiet

Die Entscheidung vor über 20 Jahren, den Deutschen Internet Exchange DE-CIX in Frankfurt aufzubauen, hat sich für die Main-Metropole als nachhaltiger Glücksfall erwiesen. Weil die Betreiber der Datenzentren die Nähe zum DE-CIX suchen, stehen heute mehr als die Hälfte aller deutschen Rechenzentren im Großraum Frankfurt. Seit mehr als einer Dekade kann die hessische Großstadt einen Zuwachs an Rechenzentrumsleistung von 3 Megawatt pro Quartal (!) verzeichnen. Die RZ-Branche wächst in Hessen um etwa 10 Prozent jährlich. Mittlerweile haben sich über 35 RZ-Betreiber mit mehr als 50 Lokationen im Rhein-Main-Gebiet angesiedelt.

Kein Grund zum Ausruhen

Allerdings ist der anhaltende Erfolg kein Grund für Frankfurt, sich auszuruhen. Hohe Strompreise und langwierige kommunale Genehmigungsverfahren könnten die Internet-Hochburg Frankfurt binnen weniger Jahre in die Bredouille bringen. Allein für die Verlegung einer neuen Glasfaserleitung in der Stadt müssten in der Regel fünf verschiedene Dezernate und zehn Ämter involviert werden. Der kommunale Planungshorizont für den Bau eines neuen Rechenzentrums ist entschieden zu lang. Der Prozess müsste in Gänze deutlich verschlankt werden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

10 Prozent Wachstum ist zu wenig

10 Prozent Wachstum pro Jahr klingt natürlich nach einer guten Entwicklung im Vergleich zu anderen Branchen, ist aber im internationalen Vergleich der RZ-Standorte eher am unteren Ende. Die digitale Welt ist nun mal schneller als die Behörden.

Amsterdam, London, Luxembourg

Vor allem Amsterdam gibt sich viel Mühe, Datencenter in die Niederlande zu ziehen. Aber auch Island und Luxemburg wollen sich diesen Zukunftsmarkt sichern. Hinzu kommt: Großbritannien scheint es sich zum Ziel gesetzt zu haben, die ganze Insel weiträumig zu einem Großrechenzentrum ausbauen zu wollen. Nach dem Brexit, der mutmaßlich die Finanzbranche zumindest teilweise aus dem Land treibt, könnte sich die Fokussierung auf das wachsende Datengeschäft noch verstärken. Das relativ neue C-Lion1-Kabelsystem zwischen Frankfurt und Helsinki gibt zudem Finnland als Standort für Rechenzentren neuen Auftrieb, zumal dort der Betrieb der Zentren allein schon durch die geringeren Kühlungskosten aufgrund der niedrigen Durchschnittstemperaturen des Landes im Vergleich zu Deutschland und den niedrigen Energiekosten deutlich kostengünstiger ist.

Finanzwelle benötigt Digitalkapazitäten

Die durch den anstehenden Brexit ausgelöste Verlagerungswelle der Finanzwirtschaft von London nach Frankfurt kann auch dem „Datenstandort Deutschland“ zugute kommen. Allerdings ist Frankfurt hierauf datentechnisch nicht ausreichend vorbereitet. Wenn die Banker scharenweise nach Frankfurt kommen sollen, dann muss die Stadt auch zügig den Weg für neue Datenzentrums- und Infrastrukturprojekte freimachen. Es gibt kaum eine Branche, die ein so schnelles Internet und so große Datenmengen benötigt wie die Finanzwirtschaft.

Internet-Metropole Frankfurt

Heute wird Frankfurt noch gerne als Banken-Metropole bezeichnet. Aber wenn es gelingt, die positive Rechenzentrums-Entwicklung zu halten oder gar zu beschleunigen, wird sich der Begriff der Internet-Metropole als Synonym für Frankfurt durchsetzen.


Smart Cities

Seit 2008 leben erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr Menschen in Ballungsräumen als auf dem Land. Schätzungen der UNO zufolge werden in 2030 über 60 Prozent der Weltbevölkerung Städten leben, bis 2050 sollen es etwa zwei Drittel werden. Diese Konzentration wird vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika erwartet, wobei diese Entwicklung am stärksten in ärmeren Ländern absehbar ist. Es wird wohl so kommen, dass das Wachstum in Ballungszentren in den ersten drei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts die kumulative urbane Expansion in der Menschheitsgeschichte übertrifft. Schon heute findet etwa 70 Prozent des welweiten Energieverbrauchs in Städten statt, obgleich diese nur 5 Prozent der Landmasse der Erde belegen. Damit verbunden ist eine stetige steigende urbane Nachfrage nach Wasser, Land, Baumaterial, Nahrungsmitteln, Maßnahmen zur Eindämmung der Luftverschmutzung und Abfallmanagement. Die Städte stehen unter dem ständigen Druck, bessere Services anzubieten, die Effizienz zu erhöhen, die Kosten zu senken, die Effektivität und Produktivität zu steigern sowie Überlastungen der Infrastrukturen und der Umweltbelastung entgegenzuwirken. Diesen Herausforderungen wird nur mit Konzepten zu begegnen sein, die gemeinhin als Smart City bezeichnet werden. Digitalisierung bildet die Grundlage für diese Entwicklung.

Finanzen: Nettotarife und passive Anlagen versprechen den besten Erfolg

Von Florian Machauer, DC Chapter Director Heidelberg

Trotz Niedrigzinspolitik legen die Deutschen ihr Geld derart konservativ an, dass der Wertverfall unaufhaltsam ist. Rund die Hälfte aller Geldanlagen entfallen auf Tagesgeldkonten. 44 % haben ein Sparbuch, 34 % eine Lebens- oder Rentenversicherung, 31 % einen Bausparvertrag. Allen diesen Anlageformen ist eines gemeinsam: Sie erwirtschaften deutlich weniger Rendite als die Inflation auffrisst.

Finanzen sind Vertrauenssache – oder?

Ein Grund für den zurückhaltenden Mut vieler Anleger ist das mangelnde Vertrauen in die Finanzbranche. Viele Verbraucher haben schlichtweg keine oder nur wenig Ahnung von Finanzprodukten. Sie entscheiden sich vor allem aufgrund von Emotionen für eine Anlage – dabei gibt es kaum ein anderes Thema als Geld, bei dem rationale statt emotionale Entscheidungen angeraten sind. „Finanzen sind Vertrauenssache“ heißt es oft – und so vertrauen viele Bürgerinnen und Bürger einem Finanzberater, der ihnen persönlich sympathisch ist und  vertrauenserweckend erscheint. Das führt leider in der Konsequenz häufig dazu, dass die Finanzprodukte und vor allem die Kosten weniger berücksichtigt werden. Gesprochen wird stets über die zu erwartende und natürlich durchweg positive Wertentwicklung, praktisch nie über die Kosten, insbesondere nicht darüber, was der Berater eigentlich dabei verdient.

Von Provisions- und Honorarberatern

Viele Berater nennen sich „unabhängig“, sind aber tatsächlich provisionsgesteuert. Sie geben vor, im Auftrag des Anlegers zu handeln, kassieren ihre Provisionen aber von der Anbieterseite. Rund 250.000 dieser sog. Provisionsberater sind in Deutschland unterwegs.

Das „Gegenstück“ dazu sind die Honorarberater, von denen es hierzulande rund 310 gibt. Sie erhalten keine Provisionen von den Gesellschaftern und können daher deren viel günstigere Netto-Policen anbieten. Ihr Honorar erhalten sie von der Anlegerseite. Das typische Modell ist das sog. Quotenhonorar: Der Berater geht mit ein bis zwei Beratungsstunden in Vorleistung; anschließend entscheidet der Anleger, ob er gegen ein Pauschal- oder ein Stundenhonorar weiterhin beraten werden will. Vorteile für den Anleger: mehr Transparenz und deutlich bessere Rendite.

Mehr Geld für Guthaben statt Kosten

Wird aus den Beiträgen für eine Lebens- oder Rentenversicherung keine Provision gezahlt, fließt mehr Geld in das Vertragsguthaben. Dadurch bauen sich schneller Rückkaufswerte auf – ein Vorteil, falls man den Vertrag vorzeitig kündigen muss. Der eigentliche Mehrwert aber wird über die gesamte Laufzeit deutlich: Verstärkt durch den Zinses-Zins-Effekt sammelt sich im Vertrag mehr Kapital an. Dadurch erhält der Kunde gegenüber herkömmlichen Versicherungen eine bis zu 20 Prozent höhere Auszahlung. Neben der erhöhten Ablaufleistung ermöglicht das Honorarmodell auch eine unabhängigere Beratung: Ein Honorarberater erhält sein Geld vom Kunden, nicht vom Versicherungsunternehmen. Fehlanreize werden so vermieden. Ungeachtet der Provisionshöhe kann ein Honorarberater so die beste  Vorsorgelösung für seinen Kunden aussuchen. Die Höhe des Honorars bemisst sich aus dem Wert der Police bzw. der prozentualen Abschlusshöhe. Sie wird direkt zu Beginn des Beratungsprozesses mit dem Kunden individuell vereinbart und ist nur bei Vertragsabschluss fällig. Zudem wird meist eine ratierliche Zahlweise vereinbart, damit die Belastung nicht so groß ist.

Nettotarife – was ist das?

Im Oktober 2012 befragte das Marktforschungsinstitut Innofact AG im Auftrag der myLife Lebensversicherung AG 1.043 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren. In der repräsentativen Erhebung wurde die Bekanntheit sogenannter Nettotarife abgefragt. Über zwei Drittel (71 Prozent) der Befragten waren die Produkte völlig unbekannt. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) hatte bereits von Nettotarifen gehört. Nur rund ein Zehntel der Deutschen gab an, näheres über sie zu wissen („ein wenig“: neun Prozent; „ich weiß ziemlich gut Bescheid“: zwei Prozent).

Bestes Beispiel für das Missverhältnis ist die flexible Privatvorsorge, wie eine Modellrechnung zeigt. Wer etwa für eine Riester-Rente monatlich 100 Euro einzahlt, „vergeudet“ bis zum Ende der Laufzeit immerhin weit über 50.000 Euro für „Vermittlung- und Verwaltungskosten“.  Allein die 2,5 % Abschlusskosten, die der Berater nach Unterschrift erhält, werden in den ersten 5 Jahren vom monatlichen Beitrag abgetragen. Hinzu kommen laufende  Verwaltungskosten von durchschnittlich 11,5 % . Das Schlimme daran: Der Anleger wird mehr oder minder im Unklaren gelassen, dass er summiert über 50.000 Euro nicht für sich selbst anspart sondern in fremde Taschen wirtschaftet. Dagegen können sich Anleger schützen.

Missverhältnis der Bankanlagen

Ähnlich dramatisch ist das Missverhältnis bei Bankanlagen. Während die Banken bestenfalls 0,1 % Rendite zahlen, generieren sie mit ihren Anlagen in der Wirtschaft im Durchschnitt 2-5 % Rendite. Es lohnt sich also direkt in die Wirtschaft zu investieren statt das Geld der Bank zu geben, damit sie es in die Unternehmen investiert.

Der Marktdurchschnitt gibt die beste Rendite

Die Klassiker hierfür sind natürlich Investmentfonds. Allerdings entfällt auch hierbei ein Großteil der Rendite auf die „Verwaltung“, vor allem die Gehälter der Fondsmanager. 1,45 % laufende Kosten stellen den Normalfall dar. Aus 8 % versprochener Rendite werden also nur noch 6,55 %. Davon gehen weitere Kosten ab, insbesondere Transaktionskosten und Ordergebühren. Diese müssen nicht explizit ausgewiesen werden und so lässt sich wohl mit Fug und Recht sagen:

Kein Anleger in Deutschland weiß genau, wie hoch die Transaktionskosten in einem Fonds sind, in den er einzahlt.

In der Regel gehen rund 2 % Rendite pro Jahr allein durch die Kosten „flöten“. Das Modell geht also für den Anleger nur auf, wenn der Fondsmanager mehr als 2 % Rendite jährlich erwirtschaftet – und zwar über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Untersuchungen über die letzten 64 Jahre hinweg kommen indes zu dem Schluss, dass lediglich 3 % (!) der Fondsmanager in der Vergangenheit in der Lage waren, den Markt zu „schlagen“ und somit eine Rendite oberhalb des Marktdurchschnitts zu erzielen. 97 % waren also schlechter oder jedenfalls nicht besser als der Markt.

Kaufen und liegen lassen!

Die beste Anlagestrategie besteht also wohl darin, sich „den Markt“ zu kaufen und die weitere Entwicklung dem Markt zu überlassen. Der Markt, das sind Dax 30, Dow Jones, Nikkei, SCI, MSCI World – insgesamt rund 1.600 Unternehmen weltweit, die durch diese Indizes abgebildet werden. ETF-Fonds (Exchange Traded Fund) stellen die dazu passenden passiven Indexfonds dar. Sie bilden den Index ab und kommen mit wenigen Umschichtungen etwa alle Vierteljahre aus. Klar ist:

In den letzten 64 Jahren lagen 97 % aller Fondsmanager beim aktiven Anlagemanagement in der Perfomance unterhalb des Marktdurchschnitts. Statistisch ist also passives Finanzmanagement, das den Markt möglichst breit berücksichtigt, Erfolg versprechender!

Finanzbranche ignoriert Schwellenländer

Zehn der G20-Staaten gehören zu den Schwellenländern. Damit sind besondere Herausforderungen, aber natürlich auch herausragende Chancen verbunden. Während in Europa und den USA zusammen genommen rund 1 Milliarde Menschen leben, kommt Asien inklusive China auf rund 4,4 Milliarden Menschen. Indes hat die westlich geprägte Finanzbranche die Schwellenländer als Anlagechance kaum im Blick. Dies war eine der Kernaussagen des ersten DC Finance Talk unter der Leitung des renommierten Anlageberaters Dirk Naumann.

Beispiel Indien: Der indische Markt wächst mit rund 7% sogar noch stärker als China. Die letzten fünf Jahre hat der Index in Indien rund 10% p.a zugelegt. Aktives Fondsmanagement zeigte 15% p.a und mehr. Leider hat die Finanzindustrie auf die Veränderungen und das Potential der Emerging Markets kaum aufmerksam gemacht.

Demographie, Wachstum, Wohlstand, hohe Währungsreserven, und geringe Verschuldung zeigen die starke Stellung vieler Emerging Markets, die in weiten Teilen sogar die europäischen Kriterien aus Brüssel übertreffen. Neben der hohen Profitabilität könnte  die Dynamik der Reformpolitik für viele westliche Staaten durchaus ein Vorbild sein!

Asien erwacht und  ist nicht länger die Werkbank Europas und Amerikas, sondern setzt auch auf Qualität und eigene Entwicklungen. Diese epochale Verschiebung ist nicht zu übersehen.

Der nächste DC Finance Talk ist für das erste Quartal 2018 geplant.

DC Commissioner for UN Affairs Jamal A. Qaiser

Stoppt die Verbreitung von Atombomben

Den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Nordkorea und den USA sowie zwischen dem Iran und den USA hat DC Business Ambassador Jamal Qaiser, DC Commissioner for UN Affairs, zum Anlass genommen, einen Plan zur Verhinderung der weiteren Verbreitung von Atomwaffen zu unterbreiten.

Die Bombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki am 6. August 1945 haben der Welt vor Augen geführt, welche katastrophalen Auswirkungen ein atomares Armageddon mit sich bringt.

Seitdem stellen Atombomben die ultimative Drohung in der internationalen Machtpolitik dar.

Schon 1957 hatte die UNO die International Atomic Energy Agency (IAEA) ins Leben gerufen, um die Atomenergie einer friedlichen Nutzung zuzuführen. Im Nuclear Proliferation Treaty (NPT) von 1968, das zwei Jahre später in Kraft trat, verpflichteten sich die USA, die damalige UdSSR, Großbritannien, Frankreich und China, ihr Know-how über Atombomben unter keinen Umständen zu verbreiten. Die Atommächte Indien, Pakistan und Israel sowie Iran und Nordkorea haben das Abkommen nicht unterzeichnet bzw. verweigern IAEA-Inspektoren die Überprüfung der Einhaltung.

Die jüngsten Eskalationen verlangen geradezu nach einer neuen Initiative, um die Verbreitung von Atomwaffen zu stoppen. Das gilt erst recht vor der Gefahr, dass sich auch der anschwellende Terrorismus künftig im schlimmsten Fall genau dieser Waffen – der tödlichsten aller Waffen, die die Menschen jemals hergestellt hat – bedienen könnte.

DC Commissioner for UN Affairs Jamal Qaiser fordert im Namen des Diplomatic Council eine globale Allianz gegen Atomwaffen.

Die Hintergründe, die Forderungen, die Allianz und die konkreten Schritte zu einer atomwaffenfreien Welt beschreibt er in seinem Appell „Stop the Proliferation of Atom Bombs“!

Populismus ist wie Pest im Kopf

Populismus ist ein weltweites Phänomen. Populisten bedienen sich überall auf der Welt der dreisten Lüge immer frecher und mit wachsendem Erfolg. Daher schämen sie sich schon längst nicht mehr, wenn sie dabei entlarvt werden. Ihnen ist die Wahrheit völlig egal, wichtig sind ihnen einzig Emotionen. Anstelle von Fakten setzen sie einfache emotionalisierende Einzelfälle, die sie verallgemeinern. Populismus lebt von protzen, pöbeln, poltern. Aber machen wir uns klar:

Populismus kann nur die Macht ergreifen, wenn die demokratische Politik versagt.

Titanic total

Der Zeitgeist lautet „Titanic total“. Es wird der Eindruck geschürt, unsere Gesellschaft steuert mit voller Fahrt auf den großen Crash zu. Populisten machen Panik pur: „Die EU zerfällt, der Euro verschwindet, Immigranten zerstören unsere Zivilisation, die Digitalisierung macht uns alle arbeitslos, die Rente reicht nicht…“ die Reihe ließe sich fortsetzen. Stets findet sich ein Einzelfall, der diese Thesen zu untermauern scheint. Der Brexit ist nicht zu leugnen, die Schwierigkeiten der EU nicht zu übersehen, die Integration fremder Menschen ist nicht immer leicht, der demographische Faktor und die Digitalisierung werden natürlich erhebliche und nicht nur positive Auswirkungen zeitigen.

Kaum etwas wird in Zukunft so sein, wie es einmal war. Aber das ist eine Binsenweisheit, die schon immer gegolten hat. Wir können die Vergangenheit nicht zurückholen, wohl aber die Zukunft gestalten! Genau dies ist die Aufgabe demokratisch gewählter Politiker, die mit Augenmaß und Sachkenntnis Grundlagen für die Zukunft schaffen und Weichen stellen.

Populisten, die kein Augenmaß haben und keine Faktenkenntnis besitzen werden dafür nicht benötigt. Dennoch findet populistische Politik unübersehbar Zulauf, weil sie so einfach ist wie die „Lindenstraße“.

Populismus zeichnet überall auf der Welt die Mär vom „guten Wir“, das sich gegen das „schlechte Fremde“ wehrt. Das bedrohte Paradies schützt sich vor fremden Parasiten. Der „böse Feind“ bedroht die gute Sache. Dazu gehören die Elite, die Presse, Kritiker und vor allem alles Fremde. Diese Angstmacherei setzt auf den permanenten Ausnahmezustand und die fortwährende Eskalation.

Hetze am Rande des Legalen

Dabei stilisieren sich die Populisten durch aggressive Rhetorik ständig selbst zum Opfer. „Das Böse“ greift an und „das Gute“ muss sich ständig wehren. Die Verrohung der Sprache greift dabei um sich, die Würde und Menschlichkeit treten in den Hintergrund.

Diese dauernde Spaltung der Welt in „das gute Wir“ und „das böse Andere“ vergiftet die Welt. Jedes Sachthema und jede politische Frage wird zu einem Kampf von Gut gegen Böse hochstilisiert. Die Blaupause hierfür sind die Hollywood-Blockbuster. Es gibt nur schwarz und weiß, keine Nuancen, keine intellektuellen Auseinandersetzungen, keinen demokratischen Streit. Ein Mann sieht rot, Terminator oder Conan der Barbar heißen diese Mythen in Hollywood, die heutigen Namen auf der politischen Bühne sind jedem klar, der es wissen will.

Aber was ist, wenn der Film zuende ist? Bislang gibt es für das Ende eines populistischen Regimes nur eine welterschütternde Blaupause: der zweite Weltkrieg. Damals wurde „first“ als „über alles“ formuliert.

Narzissmus ist die Wurzel des Übels

Die Anführer der populistischen Bewegungen sind stets narzisstische Erfolgsmenschen. Populistische Parteien und Regime sind auf eine einzige Figur konzentriert, die als „Superman“ bzw. „Superwoman“ stilisiert werden.

Leider sind in einer zusehends komplexeren Welt, die immer unübersichtlicher wird, viele „demokratische Zuschauer“ auf der Suche nach „Superhelden“, die sich um ihre Welt kümmern.

Teufelskreis

Das Teuflische daran ist: Dieses Spiel funktioniert umso besser, je schärfer der vermeintliche „Held“ von Politikern, Medien und Öffentlichkeit angegriffen wird. Jede Kritik wird im Stile von „Die Wahrheit muss gesagt werden“ weggewischt, und damit der Eindruck erweckt, der „Held“ stehe für Klarheit und Wahrheit, während der Rest auf Lug und Betrug setze.Es entsteht eine Wechselwirkung, die dazu führt, dass jedes Argument, jeder Widerspruch, jede Aufdeckung einer Lüge, jeder Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung den Populisten hilft, ihren Opfermythos zu stärken. Es besteht die Gefahr einer Teufelsspirale, wie ihn die Welt erst einmal bis zum bitteren Ende in Form des zweiten Weltkriegs erlebt hat.

Kritik ist Kern der Demokratie

Kritik stellt ein Kernelement jeder Demokratie dar, aber nicht im Populismus. Kritikunfähigkeit und Paranoia machen Populisten unberechenbar und gefährlich. Sie sprengen aus Wut über eine Kränkung möglicherweise die ganze Welt, wenn es in ihrer Macht steht. Das ist offenbar ein Wesensmerkmal einer pathologisch-narzisstische Persönlichkeitsstruktur.

Sprache als Waffe

Populisten nutzen Sprache als Waffe. Sie setzen Personen und ganze Bevölkerungsteile permanent herab. Die Sprache ist gewaltbeladen, hetzerisch und kriegerisch; ein amtierender Regierungschef spricht in seiner Antrittsrede von „Massaker an Amerika“ und „Fabriken wie Grabsteine“.

Grundschul-Wortschatz

Dabei beschränken sich die Populisten auf den Wortschatz eines Grundschulabgängers, sprechen hochemotional, verwenden theatralische Gesten, setzen bewusst auf gezielte Beleidigungen an der Grenze zur Legalität und profitieren davon, wenn ihnen eine Welle der öffentlichen Empörung entgegenschlägt. Der Tabubruch gehört bei Populisten zum Standardrepertoire, etwa durch die Verwendung historisch belasteter Begriffe oder Verstöße gegen den Konsens einer liberalen Gesellschaft. Von ihren Anhängern werden sie genau hierfür geliebt.

Crash Rhetorik

Das Schlimme daran ist, dass es den Populisten durch ständige Wiederholung gelingt, ihre gewaltbeladenen Kampfbegriffe tatsächlich in die politische Diskussion, in die Parlamente und in die (sozialen) Medien einzuschleusen. Selbst seriöse Medien übernehmen allzu schnell die martialische Sprache, weil „knackige Headlines“ die Auflage steigern und die Einschaltquoten erhöhen. „Crash Rhetorik“ ist mittlerweile allgegenwärtig. Über die sozialen Netzwerk verbreitet sich der sprachliche Terror in die ganze Welt.

Populistische Politik lebt – genau wie die Blockbuster aus Hollywood – von den großen Gefühlen. Sie spielt mit den Ängsten und Vorurteilen der Menschen.

Demokratie schützen

Es ist die Aufgabe aller aufrechten und rationalen Menschen – nicht nur Politiker(!) – sich dem Populismus entgegenzustellen. Für den Ansatz „Wehret den Anfängen“ ist es allerdings zu spät, die Verbreitung ist längst gegeben. Aber sie ist nicht unaufhaltsam. Wir können den Populismus stoppen, bevor der Film zu Ende ist. Eine dafür entscheidende Maßnahme besteht sicherlich darin, ihm schlichtweg keine Bühne mehr zu bieten. Eine wehrhafte Demokratie hat die Pflicht, sich selbst zu schützen.

Mit demokratischen Mitteln an die Macht zu kommen, um die Demokratie abzuschaffen, dürfen wir nicht zulassen!

Es gibt kein Recht auf Toleranz für Intoleranz, kein Recht auf Demokratie für Populismus. Wer sich selbst aus einer Gesellschaftsordnung ausschließt, ist eben ausgeschlossen und kann nicht mehr an dieser Ordnung mitwirken.

Diplomatic Council regt Talent Competency Index an

Das Diplomatic Council, ein UNO-naher Think Tank, schlägt einen globalen Index für die Bewertung von Beschäftigten, die international zum Einsatz kommen, vor. Weltweit vereinheitlichte Kompetenzprofile in Form eines „Talent Competency Index“ (TCI) könnten die Grundlage für eine weltweit faire Gleichstellung im Rahmen des Nachfrage-Angebots-Mechanismus werden. Zudem ließen sich dadurch unterschiedliche Länderniveaus in Bezug auf die Entlohnung oder Priorisierung im Hinblick auf die Marktattraktivität potenzieller Mitarbeiter ausgleichen, regt die „Denkfabrik“ an.

„Mit einem Talent Competency Index ließe sich erreichen, dass Kandidaten, die sich auf bestimmte Kompetenzen entsprechend ihrer Talente spezialisiert haben, weltweit genau für solche Projekte angefragt werden“, sagt Rolf Hartung, Director Talent Management im Diplomatic Council. Er erklärt: „Je besser Mitarbeitende und Projekte zusammen passen, desto befriedigender ist es für die Menschen, desto erfolgreicher werden die Projekte und desto besser ist es für das jeweilige Land und seine Bevölkerung.“

Von der Umsetzung eines TCI-Konzepts würden nach Einschätzung der „Denkfabrik“ vor allem auch die sog. „Billiglohnländer“ profitieren. Die Kooperationen zwischen Projektgebern und Projektnehmern würden primär über eine kompetenzbasierte Ressourcen-Plattform abgewickelt werden. Glückliche und zufriedene Unternehmer, Organisationen und Projektbeteiligte mit dem Nebeneffekt einer Nivellierung weltweiter Entlohnungssysteme durch kompetenzbasierte Faktoren könnten das Resultat dieses „We are all one“ – Ansatzes sein, schreibt das Diplomatic Council.

Glück als Unternehmenswert

Die Vereinten Nationen stufen „happiness“ als aussagekräftigen Gradmesser für den sozialen Fortschritt einer Gesellschaft ein und stellen fest, dass „happiness“ zusehends ein wesentliches Ziel öffentlicher Politik darstellt. Daher hat das Sustainable Development Solutions Network (SDSN) der UNO schon 2012 den ersten World Happiness Report veröffentlicht.

In der Tradition dieser UNO „Happiness Reports“ von 2012, 2013 und 2015 positioniert das Diplomatic Council den Talent Competency Index. „Talentierte Individuen zu finden, zu fördern und nachhaltig zu binden wird der Schlüsselfaktor zu weltweitem Unternehmenserfolg sein, erklärt DC Director Rolf Hartung, und ergänzt: „Diese Bindung funktioniert nur wenn die Beschäftigten in ihrem Unternehmensumfeld glücklich werden.

Glück als Unternehmenswert zu etablieren benötigt die verantwortungsvolle Ausgestaltung von Rahmenbedingungen, die auf Mitgefühl, Zufriedenheit und Freude basieren. Zur Durchsetzung dieses neuen Paradigmas werden veränderte mentale Modelle und Verhaltensmodelle als entscheidend angesehen – eine Generationen übergreifende Herausforderung! Es scheint die Zeit gekommen zu sein, den technologischen Fortschrittsgedanken der letzten Jahrzehnte durch eine emotionale Unternehmensführung zu ergänzen, die sich durch die Aspekte Authentizität, Charisma und Teamorientierung auszeichnet.“

Generation E

Emotionale Konzepte wie „Happiness at Work“ halten langsam aber stetig Einzug in eine Geschäftswelt, die immer noch stark geprägt ist von Rationalisierungsdenken, Einsparungsmentalität und Prozessorientierung. Hinweis darauf gibt die Tatsache, dass 86% der Arbeitnehmer in Deutschland keine emotionale Bindung an das Unternehmen, für das sie tätig sind, spüren.

Emotionale Bindung als Ausgangspunkt für Motivation, Gesunderhaltung und Kreativität kann durch eine neue Generation von Führungskräften (Generation „E“) erzeugt werden. Sie fungiert als Keimzelle und Triebfeder für den Wandel einer prozessorientierten Unternehmenslandschaft hin zu einer human induzierten Unternehmenswirklichkeit.

Globale Übermüdung

Unternehmen, die zu wenig Wert auf „Glücklichkeit“ legen, werden rund um den Globus an Erfolg verlieren. Steigende Krankenstände, mangelnde Nachfolgeplanungen, fehlende oder unzureichend transparente Karrierepfade in Organisationen, „Arbeiten nach Vorschrift“ und das Brachliegen von ungenutztem Potenzial sind nur einige der Aspekte, die in Zukunft die Weiterentwicklung der Weltwirtschaft hemmen. Wenn sich Milliarden von Arbeitnehmern weltweit unwohl fühlen, führt dies über kurz oder lang zur „Erkrankung“ des gesamten Systems gleich einer „globalen Übermüdung“ durch Überforderung vor allem auch auf der seelischen Ebene.

Daher wäre für den „Unternehmensverbund Welt“ ein Talent Competency Index als ein einheitlicher Rahmen für Führungskompetenzen, der eine balancierte Mixtur aus emotionalen Schlüsselfaktoren und einer erprobten methodisch-analytischen Vorgehensweise beinhaltet, von Vorteil. Es ließen sich emotionale Faktoren (Verbundenheit, Authentizität, Empathie, Charisma, Teamorientierung, Schutz und Herzkomponente) mit analytischen Aspekten (Kompetenzprofile, Performance Management, Karrierepfadentwicklung in Verbindung mit Studienprogrammen) kombinieren.

DC Director Rolf Hartung erklärt: „Findet unternehmerisches Denken und Handeln heute vorwiegend immer noch in relativ starren Strukturen und Hierarchien statt, so gestaltet sich das Spielfeld der Zukunft als offener permeabler Wirkungskreis aus Transparenz, Modularität und virtueller Mobilität mit zahlreichen synergetischen Vorteilen im internationalen Kontext.“

Künstliche Intelligenz überholt menschliche Intelligenz

Kommentar von Dr. Klaus-Ulrich Moeller, DC Commissioner for UN Affairs

Liebe Freunde der unternehmerischen Zukunft,
der gestaltenden Kommunikation & Rhetorik,
der digital-intelligenten Welt,

spätestens im Jahr 2040 wird die Künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz flächendeckend überholt haben – das ist die Prognose der Experten aus dem Silicon Valley. Man darf davon ausgehen, dass es früher passiert. Systemische Grenzen sind nicht mehr zu erkennen: Die Rechenkapazität der Datenverarbeiter ist groß genug, die Forschung hat die kritische Größe erreicht und die Technik hat Fuß gefasst im Gehirn: Sie kann Gedankenströme ableiten, vermag neuronale Reize in Daten umzuformen, ist in der Lage, Sprache, Gestik und Mimik zu entschlüsseln und auf  Dritte zu übertragen. Diese sogenannte Gehirn-Maschine-Schnittstelle existiert bereits heute, ohne dass wir das als dramatische Veränderung wahrnehmen. Doch wird die „Technisierung“ des Menschen langfristig zur vollständigen Verschmelzung von Technik und Mensch führen. Die vielen externen Geräte, die wir heute zur Kommunikation benötigen, sind ja nur Notbehelfe, kommunikative Krücken. Sie werden alle verschwinden und sogenannten „intelligenten Umgebungen“ Platz machen.

Im ersten Schritt werden uns in einigen Jahren wie selbstverständlich kleine Mikrofone unter die Haut gepflanzt, über die wir unsere Telefonate führen können. Feinste Sensoren im Körper werden kritische Werte jeweils in derjenigen Umgebung anzeigen, in der wir uns jeweils befinden: Im Auto lesen wir unseren Herzrhytmus an der Frontscheibe ab, im Haus an den diversen Geräte-Displays – und wenn wir „offline“ sind, lösen die Sensoren automatisch das blutdrucksenkende Mittel aus. In den USA soll, so ist es verbürgt, ein Tesla einen Fahrer, der gerade einen Herzinfarkt im Auto erlitten hatte und gerade noch den Notknopf drücken konnte, selbstständig und autonom zum nächsten Krankenhaus gefahren haben. Der Fahrer soll überlebt haben. Selbst wenn Marketing-Fachleute das erdacht haben sollten, war es zumindest gut erdacht.

Freilich geht in der Fokussierung auf diese grandios-mörderischen Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz die Frage unter, was eigentlich mit der menschlichen Intelligenz bis zum Jahre 2040 passiert. Sind wir in der Lage, unsere menschliche Intelligenz ebenso zu potenzieren? Sind wir in der Lage, so klug zu werden, dass wir mit den intelligenten Maschinen Schritt halten, sie kontrollieren können? Oder ist die technologisch unterstützte Intelligenz des Menschen bereits und in der Tat die nächste Stufe der Evolution uneres Gehirns? Es wäre die sogenannte „T-Intelligenz“, die unser Leben bald prägt. Wir können davon ausgehen, dass sich durch bessere Bildungssysteme, freien Zugang zu Informationen und Wissen der Intelligenzquotient der Bevölkerung um jährlich durchschnittlich 0,2 Prozent erhöht. Mit technologischer Unterstützung wird es ein Vielfaches davon sein.

Was eigentlich würden wir mit mehr Intelligenz anstellen? Stellen Sie sich vor, Ihr IQ betrage – angenommen – 100. Das ist ein sehr guter Durchschnitt. Am nächsten Morgen wird Ihnen gesagt, ihre Intelligenz habe sich verdreifacht, ihr IQ betrage jetzt 300. Was würde sich, ernsthaft gefragt, ab diesem Moment praktisch für Sie ändern? Was würden Sie anders machen als bisher, bewusst oder unbewusst? Würden Sie anders frühstücken, sich anders mit ihrem Partner unterhalten, den Tag anders planen? Würden Sie erleuchtet dasitzen und händeerhoben sagen: „Heureka – jetzt endlich verstehe ich die Welt“ oder würden Sie im Büro schneller reagieren, Zusammenhänge besser durchschauen, klüger führen und kommunizieren? Ihnen wird es ergehen wie vielen anderen: Sie wissen es nicht. Sie können es sich nicht vorstellen. Weil wir uns eben noch nicht auf dieser Stufe der „T-Intelligenz“ befinden, auf der wir diese neuen Möglichkeiten erkennen könnten. Und darum würden Sie zunächst auch keinen Sinn darin sehen, an ihrer Intelligenz systematisch zu arbeiten, sie zu steigern, sie vielleicht zu verdoppeln.

Die Künstliche Intelligenz alleine wird es nicht richten. Für die Fortentwicklung unserer globalen Kulturen in dieser komplizierten Zeit brauchen wir Menschen, die, darf ich das so salopp sagen, deutlich und um ein Vielfaches intelligenter sind und agieren als heute. Sie stellen zu Recht die Frage, was ich mit Intelligenz meine, von welcher Intelligenz ich spreche. Basierend auf der aktuellen Forschung sind dies: Die reine Wissens-Intelligenz (WQ), die Begabungs- (SQ) und die Verhaltens-(BQ) Intelligenz einer Kultur. Merkantile, künstlerische, technische Fähigkeiten/Begabungen in den unterschiedlichsten Kulturen dieser Welt sind für den Reichtum unserer Welt ebenso unverzichtbar wie die Fähigkeit einer Kultur, ein soziales, kooperatives und friedliches Verhalten der Menschen hervorzubringen. Eine Kultur kann sich exponentiell nur entwickeln, wenn sie diese drei Bereiche in ihrer DNA sozusagen mit sich trägt oder diese entsprechend entwickelt. Diese drei Bereiche machen hochentwickelte menschliche Intelligenz aus. Sie bestimmen gleichzeitig den Intelligenzgrad einer Kultur, der maßgeblich ist für die künftige Gestaltung unserer globalen Umwelt.

Wir werden neben der künstlichen auch eine deutlich erhöhte menschliche Intelligenz brauchen. Wir werden eine neue Elite brauchen, die sich durch erhöhtes Wissen, Begabung und Verhalten auszeichnet. Eine Elite, deren Triebkäfte nicht mehr die Mehrung des eigenen Wohlstandes und des eigenen Status`sind, sondern deren Ziel die Gesamtverantwortung für das Große ist. Für das Ganze. Für alle. Zur neuen intelligenten Elite gehören all die, die in der Lage sind, ihrerseits von der Künstlichen Intelligenz und von den smarten Maschinen zu lernen. Die lernen, jeden Tag ein Stück besser zu werden; die lernen, jeden Tag an sich zu arbeiten und Routinen und Kreativität, Emotion und Vernunft, Gefühl und Verstand intelligent und menschenwürdig miteinander zu verkoppeln. Die zweifeln lernen anstatt angeblich alles zu wissen; die lernen, ihre eigene Rolle im System zu relativieren und auch lernen, sich selbst abzuschalten, bevor man kaputt geht. Es gibt eben nicht nur „Machine Learning“, es gibt auch „Humans Learning“.

Was machen SIE morgen besser und intelligenter als heute? Wenn SIE nicht anfangen, wer soll es sonst tun?

Vielleicht sind es dann ja die smarten Maschinen, die 2040 sagen: „Die Experten in Europa sagen voraus, dass uns die menschliche Intelligenz spätestens im Jahr 2070 flächendeckend überholt haben wird. Was sollen wir nur tun?“

Ihr

Klaus-Ulrich Moeller

Glaubwürdigkeit ist am wichtigsten

Kommunikationsforum des Diplomatic Council legt neue Studie vor

Glaubwürdigkeit ist der wichtigste Erfolgsfaktor in der Kommunikation. Dieses Ergebnis hat ein aktueller Report des Diplomatic Council (DC), eines Think Tank, der die Vereinten Nationen berät, zutage gefördert. Dem Bericht liegt eine Umfrage unter 400 Marketingverantwortlichen in Deutschland zugrunde, von denen über drei Viertel die Glaubwürdigkeit als „Nummer 1“ in der Politik- und Unternehmenskommunikation bezeichnen. Die Denkfabrik hat die Befragung gemeinsam mit der Public Relations-Agentur euromarcom sowie den Werbeagenturen kreativrudel und Pixx im Rahmen ihres DC Corporate Communications Forum durchgeführt.


Storytelling ist die Basis

Gut die Hälfte der befragten Marketingmanager vertreten die Auffassung, dass Storytelling – eine nachvollziehbare Geschichte – die beste Grundlage für Glaubwürdigkeit darstellt. „Statt einzelne Aspekte hervorzuheben, muss vor allem die erzählte Story stimmig sein“, sagt Johannes Goering, Chairman des Kommunikationsforums. „Politiker und Firmen müssen sich die Aufmerksamkeit zusehends mit interessanten Inhalten verdienen statt sie einfach einzufordern“, gibt Thomas Gronenthal, Director Public Relations in der Denkfabrik, die Auffassung von immerhin 61 Prozent der Befragten wider.

Online und soziale Medien sind die Gewinner

Einigkeit herrschte unter allen Befragten über die weiterhin stark zunehmende Bedeutung des Online-Marketings. Über drei Viertel halten YouTube für wichtiger als TV-Werbung. Rund die Hälfte vertritt die Auffassung, dass Fernseh- und Radiowerbung in den nächsten Jahren in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden.

Zugleich findet vor allem durch die sozialen Medien eine Verlagerung der Meinungsbildung von einigen wenigen Autoritäten auf viele Einzelpersonen statt, sagen drei Viertel der Marketingverantwortlichen. „Der Shitstorm der vielen fegt jede Aussage des einzelnen einfach hinweg“, sagt PR-Profi Thomas Gronenthal. 68 Prozent der Befragten sehen in diesem Zusammenhang eine zunehmende Bedeutung der sog. Influencer, die innerhalb der Menge der vielen eine informelle Meinungsführerschaft übernehmen. „Influencer Marketing funktioniert“, bringt es Johannes Goering auf den Punkt.

Drei Viertel der befragten Marketingverantwortlichen gehen von einer weiterhin steigenden Bedeutung der sozialen Medien für die Kommunikation aus. Hierbei steht laut Umfrage zumindest für den deutschen Markt Xing an erster Stelle. Die weitere Reihenfolge gemäß Report lautet Facebook, LinkedIn, Pinterest, Twitter, Instagram und Snapshat. 55 Prozent der Kontaktierten sehen mit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) völlig neue Marketingflächen und Kommunikationskanäle am Horizont. „Wenn Alltagsgegenstände durch IoT mit dem Internet verbunden werden, ergeben sich Möglichkeiten, an die heute noch kaum jemand denkt“, sagt Johannes Goering.

Mobile ist am wichtigsten

Welche Designkonzepte und Kommunikationstechnologien sind heutzutage am wichtigsten, wollte die Denkfabrik in Zusammenarbeit mit den beteiligten Agenturen wissen. Die Antworten im Überblick (Mehrfachnennungen waren erwünscht): Mobile Marketing (76 Prozent), Cinemagraphs (75 Prozent), 360 Grad-Videos (75 Prozent), Virtual Reality (56 Prozent) und Videomarketing (55 Prozent) gehörten zu den Antworten. „Auf jeden Fall muss Sicherheit und Seriosität vermittelt werden“, stimmt Kommunikationsprofi Johannes Goering mit 76 Prozent der Befragten überein. „Neue Technologien bieten sich vor allem an, um dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, es mit einer Person zu tun zu haben“, empfiehlt PR-Experte Thomas Gronenthal.

Ältere immer experimentierfreudiger

Trotz des zunehmenden Einsatzes moderner Medien verliert die Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen an Bedeutung und die Altersgruppe ab 50 wird immer wichtiger, hat die Umfrage zutage gefördert. Der Hintergrund: Verbraucher ab 50 oder 60 Jahren sind heutzutage viel experimentierfreudiger als frühere Generationen und damit aufgeschlossener gegenüber neuen Marken, Angeboten und eben auch Technologien. „Hinzu kommt, dass die Kaufkraft der Älteren nicht zuletzt durch die Erbengeneration immer weiter steigt“, sagt Johannes Goering.

„Hamburg war Terror“

„Das war Terror“

Interview mit Dr. Klaus-Ulrich Moeller, Co-Chairman des DC Forums „Speaking & Presenting“ und Editor-in-Chief des „DC Kodex Öffentliche Kommunikation & Vertrauen“ über die schwierige öffentliche Diskussion nach dem G20-Gipfel.

Herr Dr. Moeller, war das, was wir in Hamburg erlebt haben, Terror?

Moeller: Ja, das waren Angriffe nicht nur auf Sachen, sondern auch auf Menschen, deren Leben man bewusst aufs Spiel setzen wollte. Das würde ich Terror nennen. Das war mehr als Randale.

Nun sind die politischen Schuldzuweisungen in vollem Gange. Wie beurteilen Sie diese Diskussion?

Sie läuft so ab, wie – leider – alle solchen Diskussionen ablaufen. Jeder versucht, durch rhetorische Kunststücke oder schwammige Begriffe die Dinge so zu interpretieren wie er sie politisch gerne sieht. Darüberhinaus bricht im Moment in der gesamten linken Szene die Diskussion über den Umgang mit Gewalt und das Verhältnis zum Staat wieder voll auf. Es ist eine Diskussion, der man über Jahre aus dem Weg gehen konnte. Wenn etwa SPD-Politiker erklären, das seien keine Linken gewesen, sondern nur radikale Gewalttäter, weil Linke grundsätzlich Leib und Leben respektierten, dann wirkt das auf mich schon ziemlich rabulistisch und verzweifelt. Solche Definitionen sind dann dem Wähler auch nicht mehr zu vermitteln.

Was bedeutet all das denn für die öffentliche politische Diskussion? Es wird doch immer eine Auseinandersetzung zwischen den Parteien geben – was wollen Sie da ändern?

Wir erleben eine langjährige Verwischung von Begrifflichkeiten in der öffentlichen Diskussion. So wurden „Demonstranten“ über Jahre hinweg unversehens zu „Aktivisten“, aus „Aktivisten“ wurden „Kämpfer“, die dann auch nicht mehr sauber abzugrenzen waren von „Autonomen“, von „Anarchisten“ oder einfachen „Randalierern“. Alles erhielt den Oberbegriff „antifaschisticher Kampf“ und verschaffte sich so eine vermeintliche Legitimation bis weit ins linke und sozialdemokratische Lager hinein. Wo allerdings „linksradikal“ beginnt und ob „radikal“ in diesem Zusammenhang „Gewaltanwendung“ bedeutet, bleibt, wohl bewusst, unklar. Auch der Begriff des „zivilen Ungehorsams“ wurde über Jahre hinweg so weit gedehnt, dass immer auch indirekte Gewaltaktionen erlaubt scheinen (Blockaden, Lahmlegung von Infrastrukturen). Hinter solchen Unklarheiten kann man sich natürlich wunderbar verstecken.

Ist das nicht letztendlich auch der Pluralität unserer Gesellschaft zu verdanken, die sich inzwischen in tausende von Gruppen aufspaltet, die jeweils ihre eigene Politik und „Philosophie“ entwickeln?

Sie bringen das Problem auf den Punkt: Wir überlassen es jeder kleinen und kleinsten Gruppe, sich eine eigene Titulatur zu verpassen – und das ist die entscheidende Frage in einer meinungsplura-listischen Gesellschaft: Wer hat die begriffliche „Hoheit“ über das tägliche Geschehen? Politiker? Experten? Die Basis? Jeder einzelne? Wie halten wir die Demokratie und die Gesellschaft „begrifflich“ zusammen – das ist für mich die entscheidende Frage? Hierbei, lassen Sie mich darauf hinweisen, haben die Medien haben einen katapultartigen Verstärkereffekt, über den sich viele Redaktionen überhaupt keine Gedanken machen. Natürlich ist es nicht egal, ob ich von einem Demonstranten spreche oder einem Aktivisten. Der Aktivist ist im allgemeinen Sprachverständnis viel dichter dran am „Tun“, am „Handeln“, ohne dass klar ist, was damit gemeint ist. In Aktionen wie bei Greenpeace ist das noch einleuchtend, aber der Begriff „Aktivist“ darf – beispielsweise – nicht zur Rechtfertigung dienen, Grenzen zur Gewalt zu überschreiten. Das ist vielfach völlig unscharf.

Ist das auf der rechten politischen Seite denn viel anders?

Ähnliche Phänomene finden sich spiegelgenau auf der politisch „rechten“ Seite: Begriffe wie „rechtsradikal“, „rechtes Gedankengut“ , „rechts-konservativ“, „Reichsbürger“, vermischen sich. Das sind Titulaturen sowohl für Parteien (AfD, NPD), für populistische Bewegungen (PEGIDA) und für direkte radikal-terroristischen Aktions-Zellen (NSU). Dass man nirgendwo in der Lage ist, sich begrifflich klar und sauber abzusetzen und zu distanzieren, ist dort genauso unerträglich wie auf der linken Seite. Im linken politischen Spektrum ist das nur noch viel weiter ausdifferenziert. Das was die „Anti-Faschisten“ und „antikapitalistischen Kämpfer“ links sind, sind die „Reichsbürger“ rechts“ – das spiegelt sich an vielen Stellen 1:1.

Also wären rechts- und linksradikal gleichbedeutend?

Was soll „gleichbedeutend“ heißen? Selbst in der jüngeren Vergangenheit der letzten 50 Jahre etwa hat die linke Bewegung in Europa eine ganz andere theoretische Fundierung und Treibkraft. Denken Sie nur daran, wieviele junge Menschen sich hinter dem französischen Philosophen Jean Paul Sartre versammelt und seine Aufforderungen zur Gewalt direkt 1:1 umgesetzt haben. Der „linke“ Kampf gegen ein vermeintliches (kapitalistisches) globales Unrechts-System hat eine ganz andere langfristige und theoretische Fundierung als die, teils ebenfalls mit Gewalt begleitete, unselige Verklärung einer früheren Terror-Diktatur. Daran ändert auch das ein oder andre Buch von Herrn Sarrazin oder Herrn Houllebeck nichts. Rechte populistische Bewegungen, so zeigen Analysen, sind volatiler als linke – was sie im Moment ihres Auftretens nicht weniger bedrohlich macht. Auch unsere noch vor einem Jahr gehegte Befürchtung, dass ganz Europa in einem rechtspopulistichen Sumpf untergeht, hat sich ja nicht bewahrheitet.

Was fordern Sie denn konkret, damit sich die öffentliche Diskussion in der Zukunft vernünftig entwickeln kann?

Ich fordere, dass wir nicht so schluderig mit den Begriffen umgehen. Begriffe und Sprache schaffen Realität. Dass – zweitens – eine Demokratie eine vernünftige Form finden muss, parteiübergreifend darüber zu diskutieren, welche Formen Opposition, welche Formen Protest und Gegnerschaft zum Staat annehmen darf. Wir dürfen ja nicht so tun, als seien wir alle der Paulus. Wir alle – Sie erlauben den Vergleich – leben ja unseren „Protest“ fast täglich aus, indem wir uns irgendeiner Einzugsermächtigung verweigern, indem wir Boykottaufrufen folgen, indem wir stolz sind, dass wir Verkehrsregeln so auslegen wie wir sie selber für richtig halten. Von dieser Frage sind wir als Mitglieder der Zivilgesellschaft alle betroffen, auch wenn wir keine Molotow-Cocktails werfen. Also sollen nicht so tun, als wenn uns das Thema persönlich nichts angeht.

Ihr Fazit?

Gerade nach Hamburg ist es wichtiger denn je, gemeinsame und parteiübergreifende „Sprachregelungen“ zu finden für solche marodierenden Truppen wie wir sie am vergangenen Wochenende erlebt haben. Das Diplomatic Council ist beispiwlsweise eine dieser Plattformen der Zivilgesellschaft, wo solche Diskussionen stattfinden können. Aber zweitens müssen die Medien hier zwingend mehr Reflektionsarbeit leisten, wenn sie den Anspruch, vierte Gewalt im Staate zu sein, aufrechterhalten wollen. Schon heute haben die sozialen Netzwerke für viele eine verbindlichere Kraft und haben eine höhere „Begriffs-Autorität“ als klassische Medien. Das kann nicht die Lösung sein.

Social Media als Zufluchtsort

Vortrag von Axel Kahn, DC Chapter Director Baden-Baden,  DC Leader Corporate Communications Forum, anlässlich der Auftaktveranstaltung des DC Chapter Baden-Baden.

Social Media ist der größte Zufluchtsort der Menschheit. Wir sind abhängig. Die sozialen Medien beherrschen uns.

Dabei spielt das Smartphone eine Schlüsselrolle. 7 Milliarden Smartphones sind weltweit im Einsatz; das entspricht beinahe der gesamten Menschheit. 74 % laden Apps auf ihr Gerät, 71 % empfangen Kurznachrichten, 70 % greifen per Smartphone auf soziale Netzwerke zu. Damit ist Social Media die beste Online-Plattform, um eine Marke bekannt zu machen.

Drei Erfolgsfaktoren

Damit das gelingt, sind drei Erfolgsfaktoren von Bedeutung: einfache („infantile“) Aussagen, emotionale Kampagnen und Langfristigkeit. Es gilt, eine Marke immer und immer wieder mit klaren Botschaften und vor allem hochemotional zu transportieren. Virale Kampagnen eignen sich hervorragend als Initialzündung. Keywords und Hashtags sollten selbstverständlich sein. Ebenso empfiehlt es sich, die Website mit einer Social Wall auszustatten. Dadurch kommt es zu Synergieeffekten zwischen Social Media einerseits und Website andererseits.