DC Commissioner for UN Affairs Dr. Klaus-Ulrich Moeller

DC Kodex für öffentliche Kommunikation & Vertrauen

THE DIPLOMATIC COUNCIL (DC) CODEX OF TRUSTED PUBLIC COMMUNICATION

(1)
Dieser Kodex des Diplomatic Council, eines globalen Think Tank mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen, umfasst die wichtigsten Grundsätze für eine vertrauensbildende Kommunikation und Information im öffentlichen Raum. Die Grundsätze bilden den ethischen Rahmen für eine öffentliche Meinungsbildung, die als vorbildlich für moderne postindustrielle und technologisch entwickelte Gesellschaften gelten darf.

(2)
Das Vertrauen in öffentliche Institutionen und Organisationen, Unternehmen, Eliten und Parteien ist massiv eingebrochen, ihre Fähigkeit, öffentliche Meinung nachhaltig zu prägen, verlorengegangen. Kommunikation im öffentlichen Raum ist regel- und wertfrei geworden. Ihr fehlen Maßstäbe und Korrektive, wenn Vermutungen, Meinungen, Falschbehauptungen und Verschwörungstheorien plötzlich dieselbe Wertigkeit bekommen wie Fakten, Tatsachen und nachvollziehbare Zusammenhänge. Diese sogenannte „postfaktische“ Welt führt zu hoher Polarisierung und einem Auseinanderdriften der Gesellschaft.

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Öffentliche Meinungsbildung findet in immer stärkerem Maße nicht durch Medien, Parteien oder Organisationen statt, sondern – vor allem über die sozialen Medien – durch Privatpersonen und informelle Gruppen. Für diese gelten die gleichen Maßstäbe von Verantwortung, Wahrheit, Ausgewogenheit und Augenmaß wie für offizielle Organe. Jeder, der sich öffentlich äußert, trägt eine besondere gesellschaftliche Verantwortung für die Wirkung all jener Informationen und Meinungen, die er verbreitet, weiterleitet oder in jedweder anderen Form unterstützt.

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Eine nachhaltige, wertorientierte, vertrauensbildende und transparente öffentliche Meinungsbildung der Vielen ist, wenn sie den oben genannten Ansprüchen genügt, nicht nur ein wichtiger Legitimationsfaktor einer Gesellschaft. Sie wird zur Fünften Gewalt im Staate und stellt ein schützenswertes Gut dar, sofern nicht strafrechtlich relevante volksverhetzende, verleumderische, verherrlichende oder rassistische Äußerungen betroffen sind.

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Der Staat darf die freie öffentliche Meinungsbildung nicht behindern.

(6)
Alle, die an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken, tragen Verantwortung für ein offenes Meinungsklima, in dem auch abweichende Meinungen geäußert werden können, ohne jemanden gesellschaftlich zu ächten, zu demütigen, zu verfolgen oder in sonst einer Form zu benachteiligen.

(7)
Im öffentlichen Raum anonym aufzutreten, widerspricht dem Kodex. Zur verantwortlichen Kommunikation gehört die Preisgabe der eigenen Identität.

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Öffentliche Meinungsbildung kann nie konfliktfrei verlaufen. Sie lebt von der Pluralität der Meinungen, von subjektiven Interpretationen, individuellen Schlussfolgerungen, von interessenbedingten Behauptungen und von weltanschaulich geprägten Annahmen. Das Ziel des öffentlichen Dialogs muss trotz allem der konstruktive Konsens bleiben. Dafür trägt jeder Verantwortung.

(9)
Emotionen sind Teil der öffentlichen Auseinandersetzung. Sie sind Treiber des persönlichen Engagements, der persönlichen Überzeugung und damit legitimer Teil der öffentlichen Meinungsbildung. Sie finden ihre Grenzen in beleidigenden, verleumderischen, rassistischen und ausgrenzenden Äußerungen.

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Verantwortlich zu kommunizieren setzt die Fähigkeit voraus, zwischen Fakten, unbewiesenen Behauptungen, Hypothesen sowie Schlussfolgerungen und Meinungen zu differenzieren. Es verlangt ebenso die Fähigkeit, Fakten rational sowie dem weitgehend anerkannten Erkenntnisstand entsprechend zu bewerten und einzuordnen. Verantwortungsvolle und nachhaltige Kommunikation setzt deshalb Kompetenz voraus.

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Durch öffentliche Kommunikation Verantwortung zu übernehmen, verlangt insbesondere, sich nicht auf der eigenen Wahrheit „auszuruhen“, sondern diese regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und sich mit den eigenen Einstellungen immer wieder neu auseinanderzusetzen. Nur so sind dogmatisches Denken und starre Haltungen zu verhindern, die der Gesellschaft schaden, anstatt Menschen dazu zu befähigen, sich auf ein verändertes Umfeld, eine veränderte Informationslage oder neue Wertorientierungen einzustellen.

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Die Wortwahl in öffentlichen Äußerungen sollte angemessen, weder beleidigend noch unnötig aggressiv sein. Übertriebene Pointierungen, verbale Zuspitzungen und vermeintliche Skandalisierungen sind zu überprüfen. Die Sprache im öffentlichen Raum sollte klar und bildhaft, aber trotzdem nüchtern, zurückhaltend und verständigungsorientiert sein.


Über das Diplomatic Council: Das Diplomatic Council (UN reg.) ist ein bei den Vereinten Nationen mit Beraterstatus akkreditierter globaler Think Tank zur Verbindung von Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft. Hierzu verknüpft das Diplomatic Council ein weltweites Wirtschaftsnetzwerk mit der Ebene der diplomatischen Kommunikation. Als Mitglieder sind gleichermaßen Diplomaten und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie verantwortungsbewusste Unternehmen, wissenschaftliche Forschungs- und akademische Bildungseinrichtungen willkommen. In Fachforen behandelt das Diplomatic Council Themen von hohem Interesse für Wirtschaft und Gesellschaft.

Publisher des DC Codex of Trusted Public Communication: Diplomatic Council (UN reg.)

Editor-in-Chief: Dr. Klaus-Ulrich Moeller, DC Commissioner for UN Affairs, Direktkontakt: Tel. +49 172 6121693, E-Mail: klaus-ulrich.moeller@diplomatic-council.org

Weitere Informationen: www.diplomatic-council.org, info@diplomatic-council.org