Freiheit in der Digitalen Welt

Freedom in a Digital World

„Freiheit in der digitalen Welt“ lautete der Titel des diesjährigen Lux Summit, des alljährlichen Symposium des Diplomatic Council in Luxembourg. DC Leaders und Mitglieder sowie Gäste der „Denkfabrik“ waren auf Einladung von DC Lux President Francis Hoogewert und Vice President Noelle van Lonkhuyzen zusammengekommen, um über die Freiheit der Menschen in einer Welt der immer stärkeren Digitalisierung zu diskutieren. An den nachmittäglichen DC Executive Club schloß sich ein festlicher Abend im renommierten Parc BelAir an.

DC Business Ambassador Jamal Qaiser, DC Commissioner for UN Affairs, verdeutlichte den Zusammenhang zwischen Freiheit und Frieden. „Nur wenn Menschen in selbstbestimmter Freiheit leben können, ist ein Frieden möglich. Das gilt für die reale ebenso wie für die digitale Welt“, sagte der Wirtschaftsbotschafter des Diplomatic Council.

DC Commissioner for UN Affairs Dr. Klaus-Ulrich Moeller, Co-Chairman im DC Speakers Forum, stellte den DC Codex for Public Communication and Trust vor, der Regeln für die Kommunikation im öffentlichen Raum und insbesondere in den sozialen Netzwerken aufstellt. „Meinungsfreiheit bedeutet, dass man sich selbst öffentlich äußern darf, nicht, dass man andere diffamieren darf“, verdeutlichte Dr. Klaus-Ulrich Moeller.

The Digial World and the Union of Benelux lautete das Vortragsthema des ehem. belgischen Botschafter Thomas Antoine, Mitglied im Diplomatic Council, der heute als Generalsekretär die l’Union Benelux leitet. Er knüpfte in seiner Rede direkt an den DC Kodex an und verband ihn mit der aktuellen Politik. In Schengen, einem kleinen Ort in Luxembourg, war das Schengener Abkommen zustande gekommen, das der Bevölkerung in allen Staaten der Europäischen Union Freizügigkeit einräumt. Zugleich mussten und müssen dafür klare Regeln festgelegt und eingehalten werden, sowohl zur Sicherung der Außengrenzen als auch innerhalb der Staatengemeinschaft.

Von Schengen bis zum Cyberspace

„Schengen war der Ausgangspunkt einer zuvor nie gekannten Freiheit für die Menschen in Europa und zugleich die Verpflichtung, dem Missbrauch dieser Freiheit vorzubeugen und den Menschen in der Freiheit auch Sicherheit zu gewähren“, sagte DC Mitglied Botschafter Thomas Antoine, und zog den Vergleich zum Cyberspace: „In der digitalen Welt müssen wir Freiheit und Sicherheit in Einklang bringen.“ Und weiter erklärte der DC Botschafter: „Dazu gehört eine ausgewogene Balance zwischen dem berechtigen Wunsch nach Wahrung der Privatsphäre jedes einzelnen und der Notwendigkeit, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Freiheit ohne Sicherheit gibt es nicht.“ Ähnlich wie die Sicherung der Außengrenzen im Schengener Raum die Bürger schützen soll, ist es auch in der digitalen Welt unerläßliche Aufgabe des Staates, die Bevölkerung in der virtuellen Welt von Angriffen zu bewahren, meint DC Botschafter Thomas Antoine.

Markus Payer, Vice President Corporate Communications bei SES referierte über „Beyond Frontiers in a Digital World“. Er legte dar, wie über Satellitennetze die digitalen Informationsflüsse über alle Kontinente hinweg verteilt werden können, um Menschen überall auf der Welt an der digitalen Revolution teilhaben zu lassen.

Von Maschinen und Menschen

Die Generalsekretärin des Diplomatic Council, Thi Thai Hang Nguyen, sprach über „Machines and Humans – Digitalization transforms our world“. Die Kernthese ihrer „Digital Vision Speech“, in der sie das Diplomatic Council Otto Schell Institute for Digital Transformation vorstellte: „Ziel der Digitalisierung muss die Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen sein.“ Sie mahnte, bei der anstehenden digitalen Revolution alle Menschen auf die Reise in die digitale Welt mitzunehmen.

Diversity wird allgegenwärtig

Einhellige Meinung auf dem Luxembourger Digitalgipfel: Diversity wird durch die Digitalisierung allgegenwärtig. „In der heutigen Welt müssen wir im Grunde nirgendwohin mehr reisen, um andere Kulturen kennenzulernen. Erleben wir schon in der realen Welt ein völkerverbindendes Zusammenkommen – Schengen steht beispielhaft dafür -, so ist in der digitalen Welt beinahe jeder Mensch auf der Welt nur einen Mausklick von uns entfernt“, erklärte DC Botschafter Thomas Antoine.

Blockchain als Staatswährung

Ein interessantes Experiment startete das Diplomatic Council in Luxembourg mit der Vorstellung eines sog. Micro State, eines neu geschaffenen Landes Liberland, das von der Staatsgründung an rundum auf die Digitalisierung setzt. Die Beantragung der Staatsbürgerschaft ist ausschließlich über das Internet möglich, ebenso die Beantragung ausnahmslos aller staatlicher Leistungen. Die Staatswährung heißt Blockchain, eine reine Digitalwährung.

Botschafter Dr. Heinrich Kreft tritt dem DC bei

Der amtierende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Luxembourg, Dr. Heinrich Kreft, ist dem Diplomatic Council als neues Mitglied beigetreten.

Am Abend hielt der amtierende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Luxembourg, Dr. Heinrich Kreft, angesichts seiner Aufnahme als neues Mitglied in das Diplomatic Council, eine inspirierende und zugleich launige Rede über die Bedeutung der Diplomatie rund um den Erdball. Weit über die Erde hinaus führte der abendliche Vortrag von Georges Schmit, CEO des Symposium-Sponsors Space Resources Inc, der die Schritte der Menschheit von ihrer Entstehung bis zur Besiedlung des Weltalls durch die Menschen in den nächsten Jahrhunderten skizzierte.

„Von Frankfurt über Rotterdam und Wien bis Luxembourg waren alle DC Executive Club und Symposien des Diplomatic Council in diesem Jahr überaus inspirierend“, freut sich DC Generalsekretärin Hang Nguyen.