Neue Nahrung für uns alle

Eine Revolution steht der Menschheit in der Nahrungsmittelproduktion bevor, prognostiziert der DC Zukunftsforscher Lars Thomsen. Hierbei sieht er zwei Entwicklungen, die sich ergänzen und beide das Potenzial zum Massenmarkt in den nächsten zehn Jahren erreichen könnten: Vertical Farming und die Genomforschung.

Vertikale Landwirtschaft – Hochhausfelder

Bei der vertikalen Landwirtschaft werden basierend auf Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen unter Gewächsbedingungen in Hochhäusern ganzjährig Früchte, Gemüse, Speisepilze und Algen erzeugt. Was auf den ersten Blick abenteuerlich klingt, hat viele Vorteile: Der Anbau findet unter natürlichen Bedingungen ohne Pestizide statt, die Kreislaufwirtschaft minimiert den Treibhauseffekt des atmosphärischen Kohlenwasserstoffs, die knappe Ressource Wasser wird um Zehnerpotenzen besser genutzt und die Energiekosten für den Transport der Nahrungsmittel entfallen weitgehend, weil man die Gewächshochhäuser natürlich in den Ballungszentren errichtet, in den sich weltweit immer mehr Menschen ansiedeln. Zudem kann man mittels Vertical Farming Nahrungsmittel in Gegenden züchten, in denen sonst nichts (mehr) wächst. Für die traditionelle Landwirtschaft birgt die vertikale Agarwirtschaft die Gefahr einer Katastrophe – wie weiland Apple für Nokia -, aber für weite Teile der Menschheit könnte sich Vertical Farming als Segen erweisen.

Ende der Massentierhaltung

Eine weitere Chance bietet die Genomforschung: Fleisch kann aus Zellen erwachsen, ohne dass dazu auch nur ein Tier getötet werden muss. Die ersten Experimente dazu finden heute bereits statt, den Tipping Point hierfür sieht Lars Thomsen allerdings jenseits des nächsten zehn Jahre, vielleicht in 15 Jahren. „Es wird künftig viele Menschen geben, die Fleisch nur noch essen werden, wenn dafür keine Tiere ihr Leben lassen mussten“, sagt der Zukunftsforscher Lars Thomsen voraus. Diese Entwicklung könnte zum Ende der viel beklagten Massentierhaltung führen.